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D- wie Dresden

Montag, 22. Dezember 2014

Der Dezembertrip verläuft wieder einmal nicht planmäßig. Dessau und Bauhaus, das hatte ich mir vorgestellt, gemeinsam mit Gerd, denn der 22.12. ist unser Hochzeitstag. Aber 1. kommt es anders und 2. geht es dann eben nach Dresden.

Wie gut, dass Anne nicht in Rostock oder München wohnt. Sie hat sich am Donnerstag eine Kraftprobe mit einem PKW gegeben und während dieser nur eine Beule auf der Kühlerhaube hat, gelang es Anne, sich neben Prellungen und Schürfungen einen Beinbruch zuzuziehen. Das schrie regelrecht nach Krankenbesuch und Striezelmarkt und so verbringen wir unseren 19. Hochzeitstag im Hotel am Terrassenufer in Dresden. Was für ein spektakulärer Ausblick aus der 11. Etage des Treppenhauses. Schloss und Frauenkirche, Elbe und tausend Lichter. Vom Zimmer aus schauen wir stadtauswärts wieder auf den Fluss, Brücken und das Elbsandsteingebirge. Das hat sich schon mal gelohnt. Von außen betrachtet ist das Hotelgebäude wenig einladend. Ein DDR Hochhaus, das Anfang der 90er zum Hotel umgebaut wurde. Ehemalige 1-Raum-Wohnungen geben den Grundriss der Hotelzimmer. Viel Bewegungsfreiheit im Raum, Standard Hotelmobiliar mit Schreibtisch und gefüllter Minibar, eine Flasche Wasser gratis für durstige Ankömmlinge, das gefällt mir. Die beiden Armlehnstühle sind bequem und wir sind zufrieden. Zwei offene Schränke im Eingangsbereich bieten Platz für unsere Sachen. Die Nasszelle mit Dusche ist freundlich und ordentlich. Glasregalböden, an der Wand angebracht, bieten ausreichend Platz für unsere Utensilien, so dass man nicht immer in der Waschtasche kramen muss. Der Duschvorhang ist für meinen Geschmack nicht mehr zeitgemäß, ich kann mir nicht vorstellen, dass er nach jedem Gästewechsel gewaschen wird und so werde ich beim Duschen aufpassen, dass ich mich nicht teilweise in ihn einrolle. Der schönste Schmuck des Zimmers ist das große Fenster und der schon erwähnte wundervolle Ausblick.

Auf dem Schreibtisch finden sich neben der Fernsehzeitung einige Hinweis zum Hotel, die Öffnungszeiten des Restaurants und ein kleiner Auszug aus der Speisekarte. Letztere werden wir uns am Abend genauer ansehen. Witzig ist der Hinweis an die Gäste, dass es sich trotz aller Bemühungen um Sauberkeit nicht immer verhindern lässt, dass eventuell Mücken und Fliegen im Zimmer sein könnten, deshalb solle man das Fenster schließen, wenn Licht im Raum ist…und „sollten sich Plagegeister in Ihrem Zimmer befinden, informieren Sie bitte die Rezeption“. Da stelle ich mir doch gleich vor, wie der Rezeptionist um Mitternacht auf Mückenjagd in den Gästezimmern unterwegs ist.

Das Hotel hat keinen Wellnessbereich und darüber bin ich froh, so bekomme ich kein schlechtes Gewissen weil ich überhaupt keine Zeit hätte, ihn zu nutzen. Da wir zuerst Anne besucht haben, ist es schon nach 16:00 Uhr, als wir uns in Richtung Frauenkirche und Weihnachtsmarkt begeben. Die Schlossgasse ist eine weihnachtliche Lichterstraße mit süßen Düften und Klängen. Wir probieren ein Glühbier und lauschen der Diskussion der beiden Standbetreiber zum geplanten PEGIDA Auftritt am Abend. Gegen 18.00 Uhr soll`s losgehen, da wollen wir dann lieber wieder im Hotel sein. Auf dem Striezelmarkt kaufen wir echte Dresdener Stollen, die gibt es hier nur scheibchenweise und schmecken richtig gut. Wir schieben uns mit den Menschenmassen in Richtung Altmarktgalerie. Im italienischen Eiskaffee bestellen wir Prosecco- prost auf den Hochzeitstag. Auf dem Rückweg zum Hotel kommen uns demonstrationswillige Jugendliche mit Deutschlandfahnen entgegen. Wie wir später den Nachrichten entnehmen, sind es 17500 Menschen die gegen die „Überfremdung“ und die Islamisten demonstrieren. Man bedenke, dass auf 500 Dresdner ein Moslem kommt oder, um bei der Demonstrantenzahl zu bleiben, 17500 Demonstranten gegen 35 Moslems…armes Deutschland! Polizeiautos mit Leipziger Kennzeichen fahren an uns vorbei. Man will auf alles vorbereitet sein. Wie richtig hat es aber der Glühbierstandbetreiber formuliert- das ist kein Problem für die Polizei sondern für die Politik!

Es ist Abendessenzeit. Das Restaurant wurde als Rundpavillion an das Hochhaus angebaut. Es bietet Platz für ca. 120 Gäste. Die große Fensterfront, die etwa 4/5 des Rundbaus begrenzt, bietet den Gästen viele Fensterplätze aber zwei Tage vor Weihnachten gibt es sowieso keine Probleme mit der Platzwahl. Als wir das Restaurant betreten ist ein Tisch mit einem Paar besetzt, die aber bereits im Aufbruch sind. So haben wir für die nächsten neunzig Minuten die uneingeschränkte Aufmerksamkeit der Kellnerin und des Kellners. Mit der Karte erhalten wir Vorschläge für einen Aperitif und entscheiden uns für einen Sherry. Die Auswahl an Speisen ist vielfältig, neben den Standards wie Schnitzel und Steak gibt es weihnachtliche Geflügel- und Wildangebote, verschiedene Fischgerichte und auch drei vegetarische Speisen stehen zur Auswahl. Gerd entscheidet sich für Wildgulasch, ich nehme ein Nudelomlett mit Pilzen und Käse. Dazu wählen wir beide ein Bier „Schwarzer Steiger“. Das Essen kommt schnell und schmeckt gut, die Preise bewegen sich um die 10 Euro je Essen, das ist vollkommen in Ordnung. Während Gerd ein zweites Bier trinkt bestelle ich ein Glas Sekt „Schloss Wackerbart“. Für das Öffnen der Flasche benötigt die Kellnerin männlichen Beistand und wenn sie nun schon nur für mich die Flasche geöffnet hat, trinke ich auch noch ein weiteres Glas…

Am nächsten Morgen sind ein paar mehr Gäste im Restaurant. Das ergibt sofort eine sehr viel schönere Atmosphäre. Aber auch mit mehr Gästen empfinde ich den Pavillionanbau als sehr nüchtern und wenig gemütlich. Daran kann auch die Weihnachtsdekoration nicht viel ändern. Das Frühstück ist in Ordnung. Eine ausreichende Auswahl an Wurst und Käse, Eiern und Fisch, verschiedenen Brot- und Brötchensorten, Obst, Cerealien und Joghurt. Es findet sich auch ein kleiner Teller mit Kuchen. Das Servicepersonal ist wieder sehr freundlich und aufmerksam und wir sind zufrieden. Beim Checkout habe ich so von der herrlichen Aussicht geschwärmt, dass uns der Rezeptionist mit den Worten verabschiedet, dass wir bei unserem nächsten Besuch unbedingt den Wunsch auf ein Zimmer in der oberen Etage äußern sollen. Bevor wir uns wieder auf den Heimweg begeben, fahren wir noch einmal kurz bei Anne vorbei und dann heißt es „Fröhliche Weihnachten“. 

Kontaktdaten:

Hotel Am Terrassenufer GmbH & Co. KG
Terrassenufer 12
01069 Dresden

http://www.hotel-terrassenufer.de

Wie beurteile ich das … 

Hotel am Terrassenufer Dresden Note (1-6)
Lage, Landschaft, Infrastruktur 1
Freundlichkeit der Mitarbeiter beim Empfang 1
Größe des Zimmers 1
Ausstattung des Zimmers 2
Schlafkomfort 1
Größe des Badezimmers 2
Ausstattung des Badezimmers 2
Sauberkeit Zimmer und Bad 2
Ambiente im Restaurant 3
Auswahl auf der Speisekarte 1
Qualität der Speisen und Getränke 1
Kompetenz der Servicemitarbeiter 1
Wellnessbereich Nicht vorhanden
Parkmöglichkeiten 3
Gesamtambiente des Hauses 3
Preis- Leistungsverhältnis 2
Durchschnittsnote: 1,7

Was würde ich unbedingt ändern, wenn das mein Hotel wäre?

Da bauliche Veränderungswünsche genauso unrealistisch wären, wie Parkplätze für Gäste- keine Vorschläge.